Name:       DELTJE vom Zottelhof

geboren: 20.03.2001   in Deutschland

Geschlecht: Hündin

Farbe: Fauve

Rasse: Briard (Berger de Brie)    Info zur Rasse


Vater: Frya Fresena's Hauke Haien

Mutter: Atlantis von der Hirtenburg


Geschwister: 6 Schwestern und 6 Brüder



Charakter:

- freundlich - mag Kinder - Radfahrer, Jogger und Autos sind mir egal

- ruhig, außer wenn toben angesagt ist

- zurückhaltend gegenüber fremden Menschen - allerdings kontrolliere ich Jeden! auf Essbares und verhalte 

  mich dann abwartend :o)

- kann ganz toll erzählen, besonders intensiv, wenn ich was will...


Hobbys:

- fahre sehr gern im Auto (nur nicht ohne Tamino)

- spiele irre gern mit meinem Kong, den ich nicht verborge

- bewache die Küche, damit das Futter nicht weg kommt

 

LEBENS (W) ENDE ?

 

 

21.05.2010  22.05.2010  23.05.2010  24.05.2010  25.05.2010  26.05.2010   27.05.2010    02.06.2010  04.06.2010  07.06.2010  09.06.2010  14.06.2010  06.08.2010  29.09.2010   18.01.2011    20.02.2011

01.03.2011  20.03.2011  23.07.2011  01.08.2011  17.09.2011  19.11.2011   29.12.2011    17.03.2012

23.06.2012  20.08.2012

 

 

21.05.2010  

 

Heute beginne ich das Tagebuch von Deltje. Warum ein Tagebuch ?

Es hilft mir - mit der bevor stehenden Trennung klar zu kommen... Ich bin in einer ständigen Achterbahn der Gefühle.

 

Ehrlich gesagt weiß ich nicht was schlimmer ist:   Auf den Tod warten oder der Tod selbst ?

 

>> Hier sollte nur weiter lesen, wer die Fotos verkraftet - ich habe auf Miniaturbilder verzichtet, um das Geklicker zu sparen !!

 

 

Deltje ist am 20.11.2005 in unser Rudel eingezogen, nach dem sie in der Zucht in Rente ging. Bereits an diesem Tag begann zwischen ihr und Tamino eine sehr harmonische Zeit. Sie sind wie ein Ehepaar, machen alles gemeinsam.

 

 

Deltje hat sich mit der Zeit zum absoluten "Herrchen-Hund" entwickelt. Sie hat schnell begriffen wie sie Herrchen um die Pfote wickelt und hat dies auch erfolgreich umgesetzt. Es ist einfach herrlich anzusehen, wie Tamino etwas will und Deltje es bei Herrchen einfordert.

Man muss wissen, dass Deltje eine Eigenart hat: Sie erzählt und wenn es mal länger dauert, Herrchen nicht schnell genug ist, kann sie schon mal laut und fordernd sagen was sie will ! Tja, halt ein Mädchen.

 

Irgend wann kamen diese Kong´s aus den USA - auf den deutschen Markt - einfach unkaputtbar die Dinger. Wir haben inzwischen überall einen, weil Deltje ohne Kong ? - never ! Sie rennt sich das Herzbändel dafür ab. Es gibt nur sehr wenige Fotos, auf denen nicht ihr absolutes Lieblingsteil ist.

 

 

>> Gesundheitlich hatten wir sehr wenig Probleme mit ihr, was sich aber innerhalb kurzer Zeit änderte.

 

jährlich 1x Probleme mit einer bestimmten Kralle - harmlos und innerhalb 3 Wochen abgeheilt

 

 

 

17.07.2009 - 30.07.2009

 

OP Hinterbein/Sprunggelenk - Entfernung kirschgroßer Tumor - Befund zystisches Myom/gutartig

Foto 5 Tage nach OP

 

 

 

28.02.2010 - 05.03.2010

 

Behandlung Bißverletzung mit AB und Salbe - super verheilt

Foto vor Behandlung

 

 

 

05.03.2010

 

starke Probleme beim Aufstehen - förmliches Hochschrauben, sie scheint Schmerzen zu haben

Gabe von HD-Kautabletten und Grünmuschelextrakt - wesentliche Besserung nach 4Wochen

 

28.03.2010 - 06.04.2010

 

Behandlung Bissverletzung, die sich wieder entzündet hat - kein Erfolg mit AB und Desinfektion

zunehmend starke Fistelbildung

 

 

 

07.04.2010 - 16.04.2010

 

OP - sehr schwierig - weiterhin Schmerzmittel und AB - super verheilt

Foto 5 Tage nach OP

 

 

 

Es kommt der Moment der Erleichterung, Deltje hat alle Qualen - fast nicht spürbar überstanden - bis auf die Problematik, dass sie das Futter nicht immer richtig kauen kann, es sich "zu recht" legt.

Wer den genauen Werdegang dieser Bissverletzung und die Behandlung nachlesen möchte - hier.

 

16.05.2010

 

Deltje steht vor mir und schnalzt unaufhörlich mit der Zunge - klebt was am Zahn ? NEIN - da wächst was aus dem Unterkiefer - unterhalb der Zunge - etwa 3cm lang, stielartig

 

 

Fassungslosigkeit ergreift mich - morgen geht es zur Tierärztin, die wird das Ding raus schnippeln und fertig.

 

17.05.2010

 

Die Tierärztin liebt Deltje abgöttisch, weil sie mit Abstand die beste Patientin ist, die sie je hatte.

Sie schaute sich die Sache an und es kam nicht was ich erwartet habe - es war  Entsetzen in ihrem Gesichtsausdruck - sie sagte: "So ein Mist!"

Während der Nachbehandlung in der Narkose - bei der letzten OP am 07.04.2010 - war keine Auffälligkeit im Maul und nun so ein riesiges...Sie ist sich zu 90% sicher - sehr schnellwachsend - schwarze Pigmente - stielartig - MELANOM !

Sie entnahm eine Probe und verabschiedete uns mit den Worten: "Am Freitag rufe ich sie an, dann haben wir den Befund. Ich drücke uns allen die Daumen und hoffe das ich ein mal falsch liege."
Deltje hat noch lange aus dieser "Wunde" geblutet.

 

 

18.05.2010

 

Deltje blutet immer noch zeitweise aus dem Maul, wenn sie mit ihrem Kong spielt.

Ich habe bis zur Bewusstlosigkeit gegoogelt (das Unwort an sich). Alles was ich fand lehne ich ab. Bei dieser Art Erkrankung wird von erfolgreichen Behandlungen gesprochen - Teilentfernung des Kiefers - Chemotherapie - Bestrahlung. Mag bei einigen Hunden erfolgreich sein, aber da war es nicht innen, sondern außen am Kiefer.

Die Vorstellung ihr solche Schmerzen zufügen zu lassen, jede Behandlung mit Vollnarkose und einer Chance vielleicht 3 Monate länger zu leben ? - das aber nur unter qualvollen Schmerzen ?  NEIN - das kommt nicht in Frage.

 

19.05.2010 

 

20 Uhr - Anruf der Tierärztin :

Der Befund von Laboklin ist schon da - leider hat sie sich nicht geirrt, obwohl ich es so gehofft habe.

 

* malignen Melanom in der Maulhöhle - ungünstige Prognosestellung, mögliche Metastasenbildung in Lymphknoten und inneren Organen

 

Wir verabreden uns für den nächsten Tag in der Praxis.

 

Ich sitze hier und heule - warum eigentlich ? Ich habe doch immer gesagt, sie ist 9 Jahre, es dauert nicht mehr lange und dann kann sie schlecht laufen, jappst nach Luft, spielt nicht mehr viel und frisst nicht mehr - Anzeichen, das es soweit ist.

Tja, das wäre der Idealfall - bei unserem Glück sieht das anders aus - man wird mit der Wahrheit konfrontiert, die nur ein Minifenster hat - man hat keine Zeit sich darauf vorzubereiten. Ohnmacht, Hilflosigkeit machen sich breit - während Hoffnung keine Rolle mehr spielt, obwohl die bekanntlich...

 

20.05.2010  

 

Die Tierärztin knuddelte Deltje und ist sehr traurig. Wir besprechen, was und was nicht, sie erläutert mir noch mal, was sie ohne Chance auf Erfolg - tun könnte. Sie geht davon aus, dass bei Entfernung des Melanoms sehr schnell neues Gewucher einsetzt und sich möglicherweise flächig verteilt - es dann noch schneller geht.

Sie sagt mir schweren Herzens - wenn es ihr Hund wäre - würde sie die Hände in den Schoß legen und die Uhr ticken lassen.

Bei dem Wachstum gibt die Tierärztin eine vorsichtige Prognose von 6 - 8 Wochen Lebenszeit.

Sie gibt mir Bedenkzeit, soll es mir überlegen - was ich will oder auch nicht. Sie steht mir jeder Zeit zur Verfügung - Anruf genügt.

 

Für mich bricht eine Welt zusammen, denn ich muss Entscheidungen für Deltje treffen und ihrem Herrchen erklären, dass er bald seinen Hund verlieren wird.

Es ist auch schwer begreifbar - ihr geht es gut - sie spielt - sie frisst und so ein Ding wird sie bald umbringen.  Die Lymphknoten sind noch frei, die Atmung ist ok.

 

Ich erfahre auch, wer meine wahren Freunde sind. Ich will sie hier mal namentlich nennen, weil es mir viel bedeutet - dass ich nicht "alleine" bin. Danke für eure Anteilnahme und Angebote mir aktiv behilflich zu sein - ich es nur sagen soll, wenn ich Hilfe brauche.

Danke Evi, Inge, Heike, Susi und Marion !

 

 

21.05.2010  

 

Deltje geht es gut. Sie klebt mir am Hosenbein, ist ständig in meiner Nähe, was sie sonst nicht getan hat. Tamino geht ihr aus dem Weg, fordert neuerdings Schmuseeinheiten von mir ein.

Die beiden spüren, dass hier was nicht stimmt, obwohl ich mir gewünscht hätte, dass Tamino ihre Nähe sucht, ihr Geborgenheit zeigt. Ich werde ab morgen täglich bei Deltje Fieber messen.

 

Heute Mittag habe ich beim Kongspiel gesehen, dass sie blutet - der Tumor ist gewachsen und

sie beißt sich ständig drauf. Keine Bange, das ist schmerzfrei, aber regt das Wachstum an. Das ging verdammt schnell - etwa 0,5cm in einer Woche.

 

Habe inzwischen einen Spezialisten nebst Frau - TCM und Homöopathie - angeschrieben, ihnen Foto und Befund gemailt. Frage von mir war, ob man da was machen kann, ich OP usw. ablehne. Die Antwort kam sehr schnell - ich soll den Tumor bei ihm, oder woanders ausschneiden lassen und dann könnte man bestimmt was unternehmen und er glaubt nicht an Bösartigkeit.

Hmm, was soll ich davon halten ? - ich denke er hat nicht richtig gelesen und das Foto falsch interpretiert. Ein Stück Zunge abschneiden - damit hätte ich keine Probleme, weil Deltje keine Geschmacksnerven hat.  Über die Artigkeit besteht laut Laborbefund für mich kein Zweifel. Ich

habe ihm vorgeschlagen, dass ich vorbei komme und sie sich die Problematik anschauen können und dann kann ich entscheiden. (wieder ) Ich weiß nicht, ob ich die Fahrt machen soll.

 

Ich habe massive Probleme - kann nicht schlafen, trinke zu viel Kaffee, rauche zu viel und esse zu wenig... ständig muss ich mit den Tränen kämpfen. Ich bin gleichzeitig unheimlich müde - will aber viel Zeit mit der Deltje-Maus verbringen.

Tamino träumt schlecht, er jammert gerade neben mir.

 

 

 

22.05.2010 

 

Heute war ein guter Tag. Kann ich das so sagen ? War er für Deltje gut ? - ich weiß es nicht, da Briards, im Besonderen Deltje - nicht zeigen, wenn es ihnen schlecht geht - erst - wenn es ganz schlimm ist.

Sie ist nun ständig an meiner Seite und wenn Herrchen mit Tamino und ihr auf die Wiese fährt - schaut sie sich um - der Blick verrät - soll ich wirklich gehen ?

Heute habe ich gedacht - Tamino scheint die Zeilen von gestern gelesen zu haben... Er liegt in ihrer Nähe, sie durfte auf seine Decke und er legte sich ganz eng an sie. Dann war Schlummertime. Oh Mann, an dieser Stelle könnte ich, aber ich unterdrücke die Tränen.

 

 

Sie tobt wie eine Verrückte mit ihrem Kong, war in der Lahn anbaden und frisst sehr gut. Das "Ding" ist morgens kleiner und ganz dunkel, aber im Laufe des Tages schwillt es etwas an und sieht aus wie vor einer Woche. Oder größer ? - ich weiß es nicht.

Langsam verinnerliche ich die Thematik, akzeptiere die baldigen Veränderungen - wenn auch sehr zögerlich. Immer und immer wieder - gibt es ein Chance ? - die Antwort ist NEIN...

Meine Freundin Evi hat mir dabei geholfen, etwas zur Ruhe zu kommen. Wie sie das geschafft hat ? Sie hat selbst schon einige Hunde-Familiemitglieder gehen lassen müssen und schrieb, dass unsere Deltje von ihnen in Empfang genommen wird, sie nicht alleine ist. Muaahh und schon heule ich wieder...

Ich befasse mich jetzt mit dem - was muss getan werden, wenn es so weit ist.

Die Tierärztin kommt zu uns nach Hause - kein Stress für Deltje.

Ich habe mich mit meinem Sohn beraten - wir werden eine Einzel-Feuer-Bestattung machen lassen. Der Garten ist erstens verboten und zweitens - bei Umzug könnten wir sie nicht mitnehmen. Ich denke, dass es auch gut für das Herrchen ist und er mit ihr sprechen kann.

Tierkörperverwertung und Sammeleinäscherung - nie nie nie. Sie ist ein Familienmitglied und so soll sie auch nach ihrem Tod behandelt werden.

 

 

 

23.05.2010 

 

Heute ist eine Woche seit Endeckung des Grauens vergangen. Sie ist fit, tobt, und frisst - allerdings gewöhnt sie sich aktives betteln am Tisch an. Sieht echt niedlich aus und sie macht es mit Bedacht, aber...

Wir werden in der nächsten Woche den Tierarzt-Marathon starten. Ich möchte einfach noch mehrere Meinungen hören - Ratschläge, wie ich es ihr schmerzlos in der kommenden Zeit machen kann.  Sicher, viele TÄ werden viele Meinungen haben, aber ich möchte sie nicht umgebracht haben, weil ich resigniere.

 

Heute Nachmittag war sie nicht wirklich gewillt ihre Schnute aufzumachen, hat ihr aber noch nie gefallen... Es sieht in der Realität nicht ganz so krass aus - wie auf den Fotos.

 

 

 

 

Auf diesem Bild erkennt man, warum sie zeitweise beim Kongspiel blutet - was heute übrigens nicht war. Das "Ding" drückt sich runter und auf die anderen Seite wird es sichtbar.

 

 

 

 

 

 

Am 01.01.2010 hatte ich folgenden Leitspruch für das Jahr 2010 eingetragen, den ich nicht weiter kommentiere:

Erwarte nichts.
Heute: das ist das Leben.

Kurt Tucholsky

 

Im Moment beschäftigt mich die Frage: Woran erkenne ich, dass Deltje Schmerzen hat ?

Ich habe heute mal zwei Fotos ausgesucht, die verschieden interpretiert werden können...

 

Hoffnung ? - ja, sie wartet auf den Kong

 

 

Hat sie hier Schmerzen - oder ist sie nur "fertig" vom Kongspiel ? - ich weiß es nicht...

 

 

 

 

 

24.05.2010 

 

 

 

Ein kleiner Nachtrag zu den gestrigen "Augenblicken" - diese Fotos sind von gestern und innerhalb von Minuten entstanden.

Deltje ist unbändig in ihrem Drang zur Bewegung, muss in Pause gezwungen werden, da es heute brüllend heiß war - um 20Uhr noch 22°C. Sie ist gut drauf und frisst - wie immer - sehr gut. Obwohl sie heute sehr heftig mit ihrem Kong im Zweikampf war, hat sie nicht geblutet. Arnica und Echinacea gebe ich weiterhin. Ich kann gelegentlich beobachten, wie sie versucht das "Ding" mit der Zunge raus zu schieben - stört sicherlich beim Hecheln.

 

Ich hatte heute die "was-wäre-wenn-Analyse" - was wäre gewesen, wenn mir ihr Schnalzen nicht aufgefallen wäre, ich das "Ding" nicht gefunden hätte... Ich glaube das wäre besser gewesen - oder nicht ?

Das Herrchen verdrängt die Situation - Selbstschutz ? - eigentlich beneide ich ihn, dann wäre ich nervlich nicht so stark angespannt.

 

Morgen werde ich die Terminabsprachen bei den TÄ machen und Rundfahrten mit den beiden starten. Das finden sie rappeldolle - mit Frauchen im Auto rum kutschen.

 

 

NACHTRAG

 

Ich habe gerade bei der Sichtung alter Fotos eine grausige Entdeckung gemacht - das ändert nichts an der Tatsache / Diagnose - ABER an der Zeit.

 

Bereits auf Fotos im Januar und Februar 2010 ist dieses "Ding" erkennbar, etwa halb so groß, das würde die Hoffnung steigern, dass uns die Maus noch um einiges länger erhalten bleibt !

 

 

 

 

Klickern auf das Foto vom Februar vergrößert den wichtigen Ausschnitt:

 

 

Ich hatte bereits Zweifel, weil im Laboklinbefund von "mäßig" wachsendem Zellwachstum die Rede ist, was aber der Aussage der TÄ widerspricht, dass dieses Teil zum Zeitpunkt der OP nicht da war...

 

 

 

25.05.2010

 

 

Deltje geht es unverändert gut - warum auch nicht !  Die nervliche Anspannung legt sich etwas, was sich auf die beiden überträgt - es ist alles - wie es mal war. Bis auf einen Punkt - Deltje klebt mir am Hosenbein, ist immer in meiner Nähe.

 

Die jetzige Situation - das Grauen begann bereits viel früher - macht uns nicht hoffnungsvoller, denn es kommen Fragen:

 

* Warum ist es nicht früher aufgefallen ?

- es ist unter Zunge und wer guckt da nach, wenn nicht ein Grund besteht.

 

* Warum ist es der Tierärztin, die sonst super ist - nicht aufgefallen ?

- tja, dann wohl doch nicht unter der Zunge geguckt und nur die Zahnreihen gesichtet.

 

* Hätte man im frühen Stadium was ändern können ?

- wer weiß das schon, möglicherweise hätten wir einen Chemie-Marathon bekommen und der Erfolg ? - Verzögerung des Unaufhaltbaren.

 

Ich werde mir keine Vorwürfe machen (aus heutiger Sicht), obwohl ein Omen auf meiner Schulter etwas anderes prophezeit - gelle Evi.

 

 

 

 

 

26.05.2010 

 

 

Deltje - sie verstand die Welt heute morgen nicht. Wir haben - die für sie überaus wichtige Ration vergessen - meinte sie. Sie lag in der Küchentür, lief wenn wir in der Nähe waren zur "Futteröffnung".

Hunger - das ist das Schlimmste, was ihr passieren kann.

 

 

Tamino ist da ganz anders - gibt es was ist ok - wenn nicht - auch ok... Wir haben ihn auch nicht gefüttert, damit Deltje nicht leidet.

 

Warum haben wir nicht gefüttert ? - weil wir das so mit dem TA abgesprochen hatten, falls Sedierung...

 

Der Tag begann mit leichtem Sonnenschein, aber Wolken zogen auf - Regen ist angesagt. Warum auch immer, ich hatte ein komisches Gefühl und wollte die Fahrt eigentlich absagen, aber....

Die Idee das Herrchen fahren zu lassen war anfänglich nicht so toll - er ist das reinste Nervenbündel, also nicht sehr hilfreich für mich. Ich habe ihm Bachblüten-Rescue-Bonbon und Phosphorus verpasst und schon entspannte sich die Situation. Das Elend nahm während der Fahrt seinen Lauf - das Navi hat uns verlassen und logisch, es waren keine Karten an Bord. Irgend wann hat mein Gedächtnis mich verlassen und wir waren irgend wo in Richtung fahrend. Mein Sohn ging nicht ans Handy - was nun. Haa - die Erleuchtung - ich rufe bei Freunden an UND der freundliche Herr (er heißt Andi) machte eine Maps-Suche für uns. Mit diesem Wissen, dass wir in der richtigen Richtung unterwegs sind, kamen wir auch ans Ziel. 

 

Ich werde nur Bruchstücke wiedergeben, sonst wird das hier ein Roman...

Deltje hat panische Angst vor Doctore Kocyla, ich weiß nicht warum, aber da ist was... Übrigens war Tamino vor Jahren auch schon bei ihm in Behandlung und hat auch Panik. Ok, es stinkt aus meiner Sicht auch mächtig - obwohl es Menschen gibt, die diesen Geruch angenehm empfinden, der entsteht, wenn eine Moxo-Akupunktur gemacht wird.

 

Zum Punkt:

Der Doctore kennt derartige Tumore aus der Pferdeszene, hauptsächlich bei Schimmel auftretend. Er wollte das "Ding" rausschnippeln - ich habe ihm meine Bedenken geschildert, weil ich ein Problem in der starken Blutung sehe (bei der Biopsie erlebt) - dem hat er nicht widersprochen.

Er hat die Akupunkturdiagnostik gemacht und eine Blockade in der Wirbelsäule erkannt - stimmt, ich hatte ihm nicht gesagt, das Deltje wieder leichte Probleme hat. Deltje bekam diese stinkende und brennend-qualmende Nadel gesetzt und in Minuten entspannte sie sich.

 

Es gesellte sich seine Frau hinzu und ab da war Deltje völlig ruhig - sagenhaft. Ich möchte jetzt nicht weiter auf die Vorgehensweise eingehen, die bei TCM und Homöopathie-Diagnostik praktiziert wird.

Das Ergebnis zählt - Deltje bekommt über 4 Wochen:

 

3x wöchentlich Mercurius solubilis Hahnemanni D30 Globuli und

2x täglich einen Löffel einer chinesischen Kräuterrezeptur

 

Wir haben uns geeinigt, dass wir das "Ding" beschnippeln, wenn es ihr sonst gut geht, aber es eine Störung bei der Futteraufnahme darstellt. Die Blutung kann durch Verödung gestillt werden und nach 2 Tagen nur Wasser (auweia) ist es wieder ok...

 

 

Einige Leser werden sich die Frage stellen:

Warum tut sie nichts mehr ? Warum versucht sie nicht das Unmögliche ? Ganz einfach - Deltje ist NEUN und Deltje ist ein Briard. Die Lebenserwartung ist recht unterschiedlich, aber ihr Alter ist schon prima.

Mir stellt sich bei einigen älteren Hunden die Frage:

Sind die alle schmerzfrei verstorben ? - oder haben die Zweibeiner sie aus Egoismus oder falsch gelebter Tierliebe - bis zum geht gar nicht mehr gequält ?

 

Wir lieben unsere Deltje und lassen sie würdevoll und möglichst schmerzfrei gehen.

 

Im Moment ist mein Kopf leer, bin ruhig und unheimlich müde, meine körperliche Anspannung macht sich nun bemerkbar. Ich habe Muskelschmerzen, meine Brust- und Halswirbel müssen geordnet werden - aber - ich habe so liebe Menschen um mich, die mir mehr Kraft geben als sie glauben - Danke!

 

 

 

 

27.05.20100 

 

 

 

Deltje liegt neben mir, wartend was ihr Frauchen als nächstes unternimmt - sie will auf jeden Fall daran teilnehmen.

 

 

Sie hat mir heute das Suchspiel mit Tamino vermiest, weil sie ihm zeigt, wo es liegt - sie ist so schlau.

Ihre niedlichen Augen, ihre Art geben mir neue und konkreten Denkanstöße - lassen mich den gestrigen Tag Revue passieren.  Es ist festzustellen - ich reagiere nicht objektiv, unterdrücke eins - die Angst - große Angst vor Verlust.

 

Lähmt sie mich die richtigen Entscheidungen FÜR Deltje zu treffen ? - ja.

 

Warum habe ich einen Termin in 100km Entfernung gemacht ?  - nur wegen chinesischen Kräutern ? - eigentlich nicht.

 

Warum habe ich Deltje nicht gefüttert, wissend das eine Sedierung gemacht werden könnte ? - weil ich eigentlich den Schritt zur "kleinen OP" gehen wollte.

 

Was habe ich vom Doctore erwartet ? - dass er mir die innere Verantwortung abnimmt, für mich eine Entscheidung trifft. Mir ist eigentlich bewusst, dass man nur feststellen kann wie die Behandlung anschlägt, wenn das "Ding" - der Störfaktor - entfernt wird.

 

Behindert sie das "Ding" ? - genau genommen - ja - sie hat Probleme beim Fressen und beim Kongspiel beißt sie ständig drauf.

 

Warum lief es nicht so ? - weil ich Zweifel angemeldet habe und signalisiert habe, dass ich nicht voll dazu stehe - ich habe Angst.

 

Was kann ein Doctore machen, wenn nicht konkret gesagt wird - das will ich  - nichts.

 

Es wird Zeit klare Ziele zu definieren !

 

Was will ich nicht

- große OP mit Entfernung von Knochen

- Chemotherapie

- Bestrahlungstherapie 

- MRT und CT unter Narkose

 

Was will ich

- "kleine" OP mit Entfernung dieses "Dinges"

- Weiterbehandlung mit TCM und Homöopathie

 

Risiko - bei einer OP ist klar - Risiko der Streuung - besteht auch ohne OP, wenn sie sich ständig drauf beißt und blutet ist das auch nicht prickelnd. Wenn die OP gut verläuft - davon gehe ich aus - wird sie einige Tage leiden und dann wieder ohne das "Ding" leben. Wie lange ? - das gilt es zu erfahren.

Sie ist eine Kämpferin und das sollte ich auch sein - bis zu meinen Zielen - den Grenzen sie nicht Leiden zu lassen.

 

Dieses Tagebuch habe ich eigentlich nur begonnen, um mit dem Schmerz und der Angst fertig zu werden und unseren Freunden und Bekannten zu schildern, wie es um uns steht.

Ich habe im Internet versucht Hilfe zu finden, Leute die ein ähnliches Problem haben oder hatten - Erfahrungen zu finden. Nichts - absolut nichts - war wirklich hilfreich.

Somit gewinnt dieses Tagebuch an Tragweite - ich sollte/kann Leute sensibilisieren und die Erfahrungen, die wir gemacht haben und werden - helfen ihnen.

 

Wir haben bereits einen OP-Termin - 02.06.2010 um 12Uhr.

 

Ich werde das Tagebuch erst wieder ab diesem Tag führen.

 

 

 

 

  02.06.2010 / 03.06.2010

 

 

Ich schreibe erst heute über den gestrigen Tag, da ich gestern - nach unserer Rückkehr richtig kaputt war, die nervliche Anspannung der letzten Wochen zollte ihren Tribut.

 

Nichts, aber auch gar nichts - hätte mich gestern davon abgebracht diese OP machen zu lassen.

Leider durfte ich bei der OP nicht dabei sein, obwohl ich sämtliche Register gezogen habe - schade, ich hätte gern gesehen und nicht nur gehört, was gemacht wurde.

 

Nun aber der Reihe nach:

Deltje erhielt gegen 11:30Uhr ihr Narkosemittel und ein Blut-Gerinnungsmittel - es dauerte nur wenige Minuten, bis sie die Torkelphase erreichte. Um sicher zu gehen, dass ihr Kreislauf ok ist und eventuelle Blutungen gestillt sind, sollte ich sie um 14:00Uhr abholen.

 

Ich erkundete in der Zeit die Gegend, sah sehr viel Schönes und interessante Leute, konnte es aber nicht wirklich genießen - der Kopf war nicht frei. Eigentlich lief alles wie in einem anderen Film ab.

 

Eigenartigerweise verging die Zeit sehr schnell und ich begab mich mit einem leicht mulmigen Gefühl zur Praxis. Im Vorraum , der herrlich kühl war - lag Deltje breitbeinig und hob ihren Kopf, war bedingt durch die Narkose noch schreckhaft. Ich streichelte sie und sprach mit ihr und schon wurde sie ruhig und dämmerte wieder weg.

 

Wenige Minuten später kamen Dr. Kocyla und Frau, die gerade eine andere OP durchführten - was ich bei geöffneter Tür hören konnte - und berichteten mir über den Verlauf der Deltje-OP.

Dieses Gebilde konnte angehoben werden - wurde kreisförmig, direkt am Kiefergrund vorsichtig geschnitten und durch weiteres Anheben erschien eine Art "Wurzel" - vergleichbar mit einer Warze. Diese "Wurzel" konnte sehr gut ausgelöst werden. Insgesamt war es sehr erfreulich, dass es wenig geblutet hat, was daran lag, dass das Gebilde so gut wie nicht "verletzt" wurde. Das Gebilde konnte klar abgegrenzt werden. Da es in der Maulhöhle keine Haut gibt, die vernäht werden kann, wurde die Wunde verödet.

 

Ich sollte gezeigt bekommen, wie und was, aber Deltje hat trotz Delirium ihre Schnute sehr fest geschlossen, keine Chance mal einen neugierigen Blick zu werfen - etwas zu erhaschen.

 

Ich sprach noch eine "Entdeckung" an, die ich vor einiger Zeit machte. Sie hat eine "Beule" in der Achsel - leichte Panik - Metastasen in den Lymphen - keine Unmöglichkeit.

Wir sollen es beobachten, es könnten die Lymphen sein, aber genauso auch eine Überanstrengung, da es eigentlich keine feste Schwellung ist. Ich hoffe auf die zweite Variante.

 

Die Heimfahrt verlief problemlos - sie hat es verschlafen.

 

Alles in Allem ein zufrieden stellendes Ergebnis - aber nur - weil nicht länger gezögert wurde. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese "Wurzel" weiter bis in das Knochengewebe vordringt ist sehr hoch.

 

Deltje bekommt kein Schmerzmittel, keine Antibiotika, was aufgrund der kürzlichen Behandlung der Bißverletzung und OP keinen Sinn macht, das Immunsystem bereits auf Hochtouren läuft, sich noch nicht gefestigt hat.

Die Behandlung mit

3x wöchentlich Mercurius solubilis Hahnemanni D30 Globuli und

2x täglich einen Löffel einer chinesischen Kräuterrezeptur

 

wird weiter durchgeführt.

 

Sie hatte gestern - verständlich - Schmerzen und ich musste ihr das Wasser förmlich aufdrängen, da es ein ziemlich warmer Tag war, aber der Kreislauf in Bewegung bleiben muss.

 

 

Heute bellte sie schon kurz, sie versuchte auch uns zu erzählen, dass sie Hunger hat - klang noch etwas heiser, aber das wird wieder.

Sie hat heute Kartoffelbrei mit viel Wasser bekommen, eigentlich eher eine Suppe. Sie hat es gierig aufgesogen und erscheint stabil.

 

Wir haben heute nur kurze und sehr ruhige Spaziergänge gemacht, abgesehen davon dass es sehr warm war, sollte ihr Kreislauf nicht zu sehr beansprucht werden.

 

Sie hat für einen Kurzen Moment die Schnute öffnen lassen - alles ist raus, nur eine etwa 1cm lange Naht ist sichtbar - für ein Foto hat ihr Freizügigkeit noch nicht gereicht.

 

Deltje wird es in den nächsten Tagen zunehmend besser gehen, sie hat keinen Störfaktor mehr in der Schnute, was die Lebensqualität um ein Wesentliches steigert.

Eins steht fest - wer denkt, dies ist nun ein abgeschlossenes Kapitel - täuscht sich gewaltig. Es hat sich nur eins geändert - das Zeitfenster.

 

Ich werde in der nächsten Zeit mehr Aufklärung über die Begrifflichkeiten zum Thema Melanom geben. Fragen und Antworten zu Laborbefunden spielen dabei eine wichtige Rolle.

Wer also nicht nur aus Sensationslust bislang hier gelesen hat, darf künftig noch mehr wissenswerte Informationen von mir erwarten.

 

 

 

 

 

 

  04.06.2010

 

 

Deltje geht es gut, sie schlingt ihren Brei in sich rein - sie weiß ja nicht, dass sie nun wieder regelmäßig ihre Mahlzeiten erhält. Wir werden weiterhin nur Brei geben, um nicht durch Scharfkantiges eine Verletzung der bereits gebildeten dünnen Haut zu riskieren.

Auf ihren Kong wird sie in den nächsten Tagen auch verzichten müssen - bis alles "normal" aussieht. Abgesehen davon versuchen wir sie ruhig zu halten, den Blutdruck nicht unnötig ankurbeln, da es auch heute wieder sehr warm ist.

 

Sie ist ausgelassen, fühlt sich sichtlich wohl, hat strahlende Augen und freut sich tierisch, wenn sie gekrault wird und dies zeigt sie durch lachen.

 

 

Deltje ist wirklich etwas besonderes - sicherlich behaupten das viele von ihren Hunden - ich bin aber überzeugt - sie hebt sich da noch weit ab. Sie ist eine Kämpferin, hat in der letzten Zeit unheimlich viel über sich ergehen lassen müssen - mehrere OP´s in kurzer Zeit - kaum das sie gezeigt hat, dass sie Schmerzen hat.

 

Heute konnte ich kurz einen Blick erhaschen und auch die Kamera einsetzen - allerdings sind die Fotos noch nicht "scharf" - sie probt im Moment den Aufstand - denke in den nächsten Tagen wird es besser.

Die gestern gesehene Naht von einem 1cm ist heute nicht mehr da, dafür eine 1-Cent große, zart rosa farbene Stelle - keine Entzündung sichtbar.

 

 

 

Ich möchte an dieser Stelle zum Laboklin-Befund von Deltje kommen, mal versuchen den Inhalt verständlich zu machen. Ich werde Texte weder abschreiben oder kopieren - ich verlinke die aussagekräftigsten Quellen zur jeweiligen Erläuterung.

Die folgende Erklärung wird für den einen oder anderen langweilig erscheinen - ABER - es kann jeden treffen und es kann nicht schaden sein Wissen zu erweitern oder zu festigen.

 

Die Tierärztin vermutet ein Melanom - entnimmt eine Gewebeprobe - histologischer Befund wird angefordert. Hier beginnt eigentlich schon die Verwirrung. Wie bereits erwähnt, wurde bei einer OP am 07.04.2010 keine Auffälligkeit bemerkt - knapp 4Wochen später entdecken wir dieses Gebilde.

 

An dieser Stelle muss ich auf mein Impressum verweisen -> externe Links.

 

 

 

* Mikroskopischer Befund von Laboklin:

 

 

Durchgeführt wurde eine Hämatoxylin-Eosin-Färbung gemäß der gültigen Standardarbeitsanalyse.

- also die Erklärung, wie - mit welcher Analyse der Befund entstand.

In der Pathologie können mit Hilfe dieser Übersichtsfärbung krankhafte Veränderungen in Biopsien und Operationspräparaten untersucht werden.

Hämatoxylin

 

Hämatoxylin-Eosin-Färbung

 

 

Es zeigte sich mäßig Tumorwachstum der Melanozyten ...

- Was heißt mäßig ? - nicht schnell - schon klar, aber wie kann man mäßig in Zeit fassen ?

 

Einteilung von Tumoren

 

Melanozyten

 

 

... die eine mäßige bis starke Pigmentierung im Zytoplasma zeigten.

 

Melanozyten - Melanin und Pigmentierung

 

 

Die Zellmorphologie war polygonal bis spindelig. Das Wachstum war infiltrativ.

Hier wird die Form beschrieben, die Morphologie der Zelle gibt Auskunft über die räumliche Lagerung der Zellbestandteile und deren Aussehen.

infiltrativ

 

 

 

* Diagnose von Laboklin:

 

Melanom

Hier fehlt die klare Gradierung, Bezeichnung, Klasseneinteilung.

 

 

 

* Kritischer Bericht von Laboklin:

 

Es wurde ein maligner Tumor der Melanozyten festgestellt.

Dem Link ist zu entnehmen - dieses Melanom kann in lokale Lymphknoten metastasieren. Wäre dies bei Deltje so ? - ihre "Beule" in der Achsel ? - abwarten.

 

maligner Tumor der Melanozyten

 

 

Die Prognose hängt in hohem Maße von der Lokalisation ab.

Melanome im Bereich der Extremitäten haben eine bessere Prognose, als solche im Bereich des Rumpfes oder des Kopfes. Im Bereich des Kopfes oder des Rumpfes können die Metastasen in viele Richtungen gehen.

 

 

Die Tumoren der Maulhöhle zeigen in der Regel eine besonders hohe Malignität.

 

Malignität

 

 

Rezidive und Metastasen sind sehr häufig.

Einfach erklärt - kann - muss aber nicht - erneut auftreten und streuen.

 

 

Die Prognose ist vorsichtig bis ungünstig einzuschätzen.

Auf was bezieht sich die Prognose, was sagt sie aus ? - vorsichtige bis ungünstige Chancen auf erfolgreiche Behandlung?

 

Weitere interessante Links:

 

Tumorpathologie

 

Läsionen und Tumoren pigmentbildender Zellen

 

CompactLehrbuch Anatomie

 

Histopathologie des malignen Melanoms

 

 

Meine Zusammenfassung:

 

Deltje hat Krebs.

 

Ausgehend vom Wissen, dass dieses Gebilde bereits auf Fotos im Januar und Februar (etwa 50% kleiner)  beim Stöbern entdeckt wurde - lässt ein Schnellwachstum als Annahme zur Prognose nicht mehr zu.

Es bestätigt den Laborbefund - mäßiger Wachstum - eines Tumors. Es wurde ein Melanom befundet und als kritischer Bericht wurde ein "maligner Tumor der Melanozyten" als festgestellt - aufgeführt.

 

Was nicht geklärt ist - war das der Primärtumor ? - oder bereits eine Metastase.

 

Der Ausgang, der weitere Verlauf - ist also von sehr vielen "kann und können" geprägt.

In jedem Fall war die Entscheidung zur Entfernung dieses Gebildes - zum jetzigen Zeitpunkt - gerade noch richtig. Es ist nicht nachprüfbar, ob eine frühere Erkennung einen günstigeren Ausgang bewirkt hätte.

 

Ich beobachte und kontrolliere weiterhin ihre Lymphknoten und ihre Schnute.

 

Was ich aber genau weiß - sie bleibt uns länger - als die anfänglich gestellte Prognose - erhalten UND NUR DAS ZÄHLT !

 

Wir werden keine weiteren Laborbefunde einholen und auch keine Metastasensuche mit technischen Mitteln starten. Warum nicht ?  Was bringt es.  Ein Laborbefund gibt keine konkrete Antwort, verwirrt die Hundebesitzer und ohne Internet versteht auch keiner die ganzen Begrifflichkeiten.

 

Wer mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird - ist sicherlich so wie ich - nicht darauf vorbereitet. Ich gehöre zu den Leuten, die wissen wollen - um einzuschätzen - was ist möglich, ohne die Grenzen der Tierliebe zu überschreiten.

 

Ich werde dieses Tagebuch bei Änderungen ihrer Gesundheitszustandes, egal in welche Richtung weiterführen  und interessante Links zum Thema hier veröffentlichen.

 

 

 

 

 

 

  07.06.2010

 

 

Deltje geht es gut, sie bekommt nun langsam etwas festere Kausachen. Ihr permanentes Züngeln lässt inzwischen nach, geschieht nur noch nach dem Fressen - wen wundert es - schließlich "fehlt" da was. Die lange bemerkten Schwierigkeiten - etwas erst zurecht legen zu müssen, um es zu kauen - sind weg - sie frisst normal - das "Futter-Inhalier-Tempo" hat sich ernorm gesteigert.

Die "OP-Wunde" im Maul ist ohne Komplikation und in einem gesunden rosa Farbton - neue Wucherung ist nicht erkennbar. Eine weitere erfreuliche Entdeckung haben wir noch gemacht - ihre Beule in der Achsel ist kleiner geworden.

 

 

Nach wie vor ist sie nicht kooperativ, wenn es darum geht die Schnute zu öffnen - nur da muss sie durch - 1x am Tag wird kontrolliert - gucken geht, aber Foto selten.

 

 

 

 

 

 

 

  09.06.2010

 

 

Heute auf den Tag - ist die OP bereits eine Woche her.  Deltje geht es unverändert sehr gut - bis auf dieses schwüle Wetter, bei dem auch wir zu kämpfen haben. Die festeren Kausachen werden ordentlich durchgekaut, nicht geschlungen - sie scheint also keine Probleme zu haben.

Ich habe ein Foto mit ihr "erarbeiten" können und bei der Sichtung bekam ich einen Schreck. Bei der "ich gucke in die Schnute" ist nichts auffälliges, aber die Kamera zeigt mir rechts unter der Zunge eine kleine graue Stelle.

 

 

 

Weitere Fotos sollten versucht werden, aber auf keinem war es mehr zu sehen. Es ist auch möglich, dass

die Kamera hier eine Speichelblase abbildet.

 

Ich versuche mich zu beruhigen, werde keine Panik schieben und auch nicht die "Guckabstände" ändern.

 

 

 

 

  14.06.2010

 

 

Deltje geht es gut. Mir ist aufgefallen, dass sie sehr viel trinkt und genau so viel wieder auspinkelt. Im ersten Moment habe ich vermutet, dass sie sich eine Blasenentzündung zugezogen hat. Natürlich gibt es auch hier im ersten Moment Entwarnung. Die Hitze und die Gabe der chinesischen Kräuter kurbeln ihren Stoffwechsel stark an. Wir haben es tatsächlich geschafft Pipi mit einer Kelle aufzufangen, um die Farbe zu sehen. Hell und klar - kein Blut - also alles im normalen Bereich - das beruhigt.

 

Sie darf seit gestern wieder mit ihrem Kong spielen, frisst wieder Möhrchen und hat ihr bekanntes "Fresstempo" wieder erreicht - ratz fatz - fertig.

 

Sichtung der Schnute - siehe letztes Foto - keinerlei Veränderungen zu erkennen. Wir sind sehr froh den Schritt zur OP gemacht zu haben - ihre Lebensqualität ist enorm gestiegen

 

 

 

 

06.08.2010 

 

 

Ich habe mir in den letzten Wochen abgewöhnt, Deltje ständig in die Schnute gucken zu müssen.

In ihrer Schnute sieht es ganz gut aus - lediglich eine stecknagelgroße Erhebung ist zu fühlen. Ich bin aber nicht sicher, ob die ein Bleibsel ist, oder bereits neu - abwarten und gelegentlich schauen.

 

Vor einigen Tagen ist mir aufgefallen, dass Deltje merkwürdig hüpft, wenn sie rennt. Ok, ich mache Inspektion und - leider - ich habe die Ursache gefunden.

Was hier zu sehen ist, hat eine Erbsengröße und ähnelt dem Myom, welches ihr am Sprunggelenk 2009 entfernt wurde - siehe HIER

Es ist wieder dieses Hinterbein - zwischen den Zehen - exakt auf Höhe des Zehengliedes, noch klar als "Murmel" abgrenzbar. Logischer Weise, drückt es bei der Lage - genau auf das gegenüber liegende Zehenglied - was Schmerzen/Druck verursacht und zu diesem Hüpfen führt.

 

Für dieses Foto habe ich den Zwischenraum "freigelegt":

 

 

Sicherlich fragen sich einige - warum sieht sie das jetzt erst ? Ganz einfach - Deltje verfilzt zwischen den Zehen fast gar nicht - es muss nur drüber gekämmt werden und nur wenn ich die Krallen schneide schaue ich in die Zwischenräume. Ich kann also nicht sagen, seit wann dieses Dinges da ist.

 

Dieses Foto zeigt die Pfote, wenn sie "normal" geschlossen ist - nichts erkennbar.

 

 

 

Ich bin merkwürdiger Weise nicht so aus dem Häuschen - verfalle in keine Hysterie. Deltje hat nach Beendigung der "Chinesischen Kräuter Gabe" unheimlich an Gewicht zugelegt. Diese Schwankungen kennen wir bei ihr, sind hormonell bedingt - aber so krass war es noch nie.

Sie hat wieder ihre seit zwei Jahren auftretende "Sommer-Allergie" - in Form von Schuppen. Genau,

sie juckt sich dauernd und kratzt sich die Unterwolle raus. Diese Drama endet im September, darauf ist Verlass.

 

Nun aber wieder zum Problem: Da es die 3.OP/Narkose in diesem Jahr wäre - lasse ich mir/uns noch Zeit. Sollte das Ding größer werden oder sonstige Veränderungen auftreten, werden wir den Schritt gehen - auch dieses Dinges entfernen lassen. Warten ist vielleicht auch nicht schlecht, falls noch was kommt, was wir noch nicht gefunden haben. Auf jeden Fall warten wir darauf, dass sie ihr Gewicht wieder nach unten pendelt - ist vorteilhafter bei einer OP.

 

 

29.09.2010 

  

Deltje hat zunehmend Probleme beim Aufstehen, sie schraubt sich förmlich hoch und sortiert ihre Hinterbeine. Beim Laufen humpelt sie und entlastet das rechte Hinterbein. Die TÄ diagnostiziert eine Einschränkung/Versteifung der Wirbelsäule im Beckenbereich. Dies führt zu eine Fehlbelastung des rechten Hinterbeines - sie zeigt eine schmerzhafte Entzündung im Kniegelenk. Das "Ding" im Zwischenraum der Zehen ihrer linken Hinterhand, drückt auf die Zehenglieder und soll aufgrund der bestehenden Fehlbelastung sofort entfernt werden.

Die OP am 22.09.2010 wurde erfolgreich durchgeführt und die Fäden können am  01.10.2010 entfernt werden.

Das entnommene Gewebe zeigte eine stielartige Wucherung in Richtung Knochen - wurde weiträumig entfernt.  Dieses Gebilde ist also nicht vergleichbar, wie das bereits aus dem Sprunggelenk entfernte. Auf eine Laborbefundung habe ich verzichtet, da eine Metastasenbildung wahrscheinlich und unabänderlich ist.

Während der Untersuchung wurden in der Schnute zwei Neubildungen in Größe je einer Stecknadel gesichtet, schätzungsweise 3mm Durchmesser.

 

 

 

18.01.2011 

  

Deltje geht es momentan sehr gut - sie rennt, spielt ausgelassen und steht ständig in der Küche. Nach einer langen Phase, in der sie massiv an Gewicht verlor, geht es nun massiv in die andere Richtung und man muss mächtig aufpassen. (leider) Sie hat einen unbändigen Appetit, bettelt sehr intensiv.

Leider wächst die Wucherung in ihrer Schnute weiter und hat nun etwas die Größe einer kleinen Erbse erreicht.

Da es ihr ansonsten super gut geht, werde ich - aus heutiger Sicht - diese Wucherung erneut entfernen lassen, wenn sie eine störende Größe erreicht hat.

 

 

 

20.02.2011- 22.02.2011 

  

Gestern gut - heute schlecht - so könnte man es beschreiben.

Deltje wollte heute morgen ihren Kong nicht aufheben. Ok, vllt. was dran was stinkt - ist ja kein Thema.

Vom Zweibeiner-Essen war Reis übrig geblieben – an alle verteilt. Sie wollte fressen, ging aber nicht, konnte den Kopf nicht runter machen. Schon sehr eigenartig, sie unternahm mehrere Versuche ging nicht. Also den Teller angehoben – ging - sie hat gefressen.

Nach dem Mittag wieder auf die Wiese - sauberer Kong – sie fordert den Wurf ein, rennt hin - will ihn anheben – geht nicht. Sie tänzelt um den Kong herum. Da läuteten die Alarmglocken !

In die Schnute geschaut UND Entsetzen ! Neben dem "alten" Tumor, der immer noch relativ unverändert ist - ein weiterer Gnubbel. Dieser ist allerdings weiß, ganz hart, groß wie eine Erbse und scheint das Zungenband eingeschlossen zu haben.

Am Abend lag sie in ihrer Kudde und wollte aufstehen. Da sie inzwischen ihr Gewicht wieder enorm ins Plus geschoben hat (trotz unveränderter Futtermenge), ist sie etwas unbeholfen - allerdings - jammerte sie dabei. Es ist davon auszugehen, dass die entstehende Spannung ihr Schmerzen bereitet. Da Deltje ein sehr hohes Level hat, müssen die Schmerzen groß sein. Steht oder läuft sie - ist alles ok.

Es kommt wieder die Ohnmacht - soll wirklich so ein Ding ihr Leben beenden ? Der Kong ist unser Gesundheits-barometer geworden...

Ich habe ihr Schmerzmittel gegeben, die ihre Wirkung tun. Sie kann wieder alles und hat Spaß an ihrem Kong.

Im Moment sind weitere Möglichkeiten eingeschränkt, werde weiter beobachten und das Schmerzmittel nach einer Woche absetzen, um zu sehen ob es ohne geht. Zu erwähnen ist dazu - Deltje hat am 20.03.2011 hoffentlich ihren 10.Geburtstag.

Ein Foto war mir noch nicht möglich, sie sperrt sich und Gewalt werde ich nicht anwenden.

 

 

 

 

01.03.2011 

  

Heute ist der 3.Tag ohne Schmerzmittel und Deltje zeigt sich "normal". Briardkenner wissen, dass dies kein Indikator ist. Sie hat mich einen kurzen Moment - für ein Foto - in die Schnute gucken lassen. Leider in der Eile nicht so scharf, aber es ist erkennbar. Inzwischen kann ich sagen, dass der Zungengrund vom Tumor "durchbohrt " wurde und dadurch enorme Spannung auf dem Zungenband ist. Seht selbst:

 

 

Wir haben ihr das Fressen erleichtert, in dem wir einen Hocker gebastelt haben. Die im Handel erhältlichen Hundebars sind für sie ungeeignet, weil sie klappern. Jetzt steht das Futter 15cm höher - ohne klappern und rutschen, Deltje ist zufrieden. Im Moment steht der Wassernapf noch unten, weil Habi sonst nicht dran kommt und solange es geht...

Zusammenfassend kann man sagen, dass sie ein erträgliches Leiden hat, wieder mit ihrem Kong spielt und auch gelegentlich mit Habi. Deltje merkt man aber inzwischen an, dass sie bedingt durch die Umstände und ihr Alter - oft eine Pause einlegt.

 

 

 

20.03.2011  DELTJE FEIERT IHREN 10.GEBURTSTAG 

  

Heute haben wir ein Ziel erreicht ! Deltje feiert ihren 10.Geburtstag und hoffen auf erträgliche weitere Zeit !

 

Denke es war ein schöner Tag für sie. Es gab ihr Lieblingsfutter : viel mageres Hühnchen mit Reis und Möhren - sie liebt es und schmatzt genüsslich. Das Wetter hat auch mitgespielt, Sonne, strahlend blauer Himmel und wir mitten in der Natur.

 

Nun kommen wir zu den weniger erfreulichen Dingen:

Deltje war gestern Abend intensiv damit beschäftigt ihre Pfoten zu lecken. Nicht schlimm, sie putzt sich gern mal. Das Putzen hörte aber nicht auf und so bin ich der Ursache für ihre intensive Leckarie nachgegangen.

 

Tja, resignierend habe ich eine schwammige, geschwulstartige Stelle gefunden - exakt zwischen Zehenballen und Kralle. Ich muss warten bis sie getrocknet ist und mache dann ein Foto.

Sie scheint auch wieder Schmerzen beim Aufstehen - nach längerer Pause - zu haben, denn sie humpelt einen Moment.

 

Nachtrag:

Deltje muss nun wieder ihren Sabro tragen, weil sie jeden Augenblick nutzt, um am Geschehen zu lecken. Auf dem Foto erkennt man sehr gut, wie das Gewächs unterhalb der Kralle - die auch in Mitleidenschaft gezogen ist - und der Zehenballe heraus wächst:

 

 

Kleine Anmerkung zum Foto - es ist ein stark vergrößerter Ausschnitt, denn ohne Brille ist es etwa 0,5cm groß!

 

 

 

23.07.2011 

  

Deltje hat im Moment keine äußeren Wucherungen. Die beiden Geschwüre in der Schnute sind etwas gewachsen, aber noch nicht hinderlich. Wie in unseren NEWS geschrieben, hat sie zunehmend Probleme mit der Kondition und da sie Geräusche in der Lunge hat, wurde sie geröntgt.

 

Vor diesem Termin waren wir bei Dr. Kocyla, der eine Blockade im Milz- und Gallenbereich diagnostizierte. Akupunktur wurde gemacht und chinesische Heilkräuter verordnet.

 

Beide Ärzte wissen, dass ich zusätzlich einen anderen konsultiere.

 

Deltje war so lieb, ohne Hilfsmittel konnte jeweils eine Röntgenaufnahme von der Seite und eine auf dem Rücken liegend gemacht werden. Wir warten nun auf den genauen Befund und die digitalen Bilder.

 

Die erste Begutachtung ergab, dass sie Spondylose an 3 Wirbeln hat, einige kleine Punkte in der Lunge, möglicherweise Metastasen, ein Bronchenstrang auffällig ist und das Herz vergrößert. Ganz zufällig wurde auf einer Aufnahme erkannt, dass ein Lymphknoten in der rechten Achsel geschwollen ist. Die Untersuchung am ganzen Körper ergab - keine weiteren Schwellungen.  Die TÄ bat um einige Tage, um sich mit Zeit - genau mit der Auswertung befassen zu können und eine eventuelle Weiterbehandlung zu erarbeiten. Sollten die kleinen Punkte wirklich Metastasen sein - dann so die TÄ - ist nichts mehr zu machen und es wird rapide fortschreiten. Wie schnell ? - will ich nicht wissen.

Eine weitere Option wäre auch das Herz, was zu Kurzatmigkeit und Konditionsverlust führen kann.

 

Wir bleiben also weiterhin angespannt - auf die Dinge, die uns ereilen werden.

 

 

 

01.08.2011 

  

 

Deltjes Befund ist da >>>  HIER LESEN

 

 

 

 

 

17.09.2011 

  

Deltje geht es unverändert - den Umständen entsprechend - gut. Sie powert mit ihrem Kong - pausiert - powert... Trotz geminderter Fütterung und Ergänzung mit Lunge, nimmt sie nicht ab. Wie bereits in der Vergangenheit oft beobachtet - scheint das Fett auf Nerven zu drücken, denn sie hat einen Juckreiz an mehreren Stellen. Das bedeutet, sie hat an der rechten Seite, an der Schnute rechts und an der rechten Vorderhand - innerhalb kurzer Zeit - große Filzklumpen zu hängen.

 

Sie verweigert das Schnutegucken, also sind Fotos nicht möglich. Bei einer übermütigen "Kläff-Aktion" im Garten, habe ich diese nicht unterbunden, sondern für Fotos genutzt - gelungen.

Unschwer zu erkennen - die Tumore wachsen momentan, sie bekommt wieder Thuja.

 

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19.11.2011 

  

Deltje baut rapide ab - ihr Fell ist in den letzten Wochen nicht mehr so pflegeleicht, filzt schnell. Seit einigen Tagen schnalzt sie wieder mit der Zunge, hat Schwierigkeiten das Futter ordentlich zu fassen - sie kann es nur mühsam in die "richtige" Position zur Verarbeitung bringen. Deltje bekommt - um den Druck auf die Tumoren zu mindern - seit Monaten nur noch Matsche.

Heute hatte sie Probleme ihren Kong zu halten, legte ihn oft ab. Hier schrillen sämtliche Alarmglocken und ein Blick in ihre Schnute ließ das Blut gefrieren.

 

Die Tumoren sind gewachsen - der am Zungenband ist innerhalb von 8 Wochen auf das Doppelte angewachsen. Leider handelt sich es bei diesem Tumor um eine flache, sehr feste Variante. Hier gibt es also keinen "Stiel" den man abschnippeln kann und gut.

 

Bei ihrer OP im Juni 2010 hatte das Ding einen Durchschnitt von 1 Cent, aber jetzt  -  der große Tumor etwa 10 Cent und der kleinere 1 Cent.

 

Tja - was nun ? Eigentlich sollte ich mit ihr noch mal zu Dr.Kocyla, denn nur er würde - wenn es machbar wäre - einen erneuten Eingriff wagen. Ich befürchte aber, dass ich dann zu hören bekomme, was ich nicht wissen will - inoperabel.

 

Ich bin also wieder da - wo ich schon mal war:

 

So ist Deltje gut drauf, körperlich sehr aktiv für ihr Alter, die rennt noch so einigen weg - oder nach. ABER - falls eine OP möglich ist, schafft sie die OP ? - oder verliere ich sie bei dem Versuch ihr - nein  - uns ! noch etwas Zeit zu verschaffen.

 

Ich muss in den nächsten Tagen eine Entscheidung treffen.

 

 

 

29.12.2011 

  

Ich habe mir die Sache immer wieder intensiv angesehen und eine Entscheidung getroffen.  Die Melanome sind nicht stielartig, es kann nicht mit einem kleinen Schnitt gemacht werden. Im Maul ist keine Haut, die einfach mal darüber gezogen werden kann. Nun entscheidet Deltje, wann sie geht und ich werde sie dabei unterstützen. Nervlich bringt mich die Sache wieder ziemlich an meine Grenzen. Was kann ich noch tun ?

 

Leider sind wir mit unserem Leid nicht allein. Wir haben erfahren, dass Evis Westie-Dame Paula einen Verdacht auf Siebbeintumor hat. Ich habe mit Evi gesprochen - es ist grausam - auch dieser Hündin geht es ansonsten gut.

 

Ich war in einem Forum, in dem Evi von ihrer Paula schreibt. Mein Gott nee, da sind wirklich nur sehr wenige, wirklich ehrliche und hilfreiche Antworten. Diese Beiträge schreibt man nicht, um Neuigkeiten in den Alltag anderer zu bringen. Man bekommt zu lesen: Auweia - die arme Maus - wie schlimm - tut mir so leid... Mitleid und dann in Form von unzähligen Heul-Smilys - geht gar nicht - das brauche ich nicht.

 

Heute hat mich dann die Wut gepackt. Ich bin schon lange in diesem Forum, habe einige Beiträge über Deltje geschrieben und  unsere Probleme berichtet. Selten kam ein Tipp oder Hinweis für uns, den wir als hilfreich einstufen. Bei Paula schreibt Petra - die beruflich mit THP zu tun hat -  über Barfen, kein Getreide, kein Reis..., viel Fleisch und Gemüse ... Sanuvis wird genannt. DIESE Tipps hätte ich vor Monaten gebraucht, denn Deltje bekommt genau das, was schädlich und gut für das Wachstum ihrer Tumoren ist.

 

Verdammt noch mal - ich habe so eine Wut - könnte schreien - es geht hier um das LEBEN meiner Hündin !

 

Ich habe entschieden - ich muss in kein Forum mehr. Wahre Freunde - Leute die sich wirklich für uns interessieren - finden uns hier, haben unsere eMail oder telefonieren mit uns.

 

Ich werde im neuen Jahr - einen kompletten neuen Futter-Plan für Deltje erarbeiten und hoffe, dass dies nicht schon zu spät ist.

 

 

 

17.03.2012 

 

Es war mir gar nicht bewusst, dass ich schon so lange keine Aktualisierung gemacht habe - lediglich in den News bin ich kurz darauf eingegangen. Da es in der letzten Zeit einige liebe Anfragen zu Deltjes Befinden gab, werde ich eine Zusammenfassung geben.

 

Deltje hat die Futterumstellung sehr gut vertragen, kein Juckreiz oder sonstige Erscheinungen, ihr Fell ist auch etwas besser. Sie bekommt jetzt einen wesentlich geringeren Anteil Trockenfutter (aufgeweicht), dafür viel Lunge, Herz, gelegentlich etwas Pansen. Als Leckerlie ist sie total auf ihre Möhrchen umgestiegen - die sie über alles liebt.

Auch hier gibt es eine Änderung: Das Möhrchen wird in schmale Längsstreifen geschnitten, weil sie die kleinen runden im Maul nicht richtig schieben und beißen kann und dann meistens am Stück schluckt.

Sie hat in den letzten Wochen kontinuierlich abgenommen, man kann sogar wieder ihr Rippen spüren. Ihr betteln ist ungemindert...

 

Die Tumore wachsen - nicht nur in der Schnute.

 

Ich habe heute an ihrem Vorderbein (innen) wieder eine  Stelle gefunden - Erbsengröße - so wie HIER. Auch in diesem Fall auf der linken Seite - das kann alles kein Zufall sein - alle Probleme sind links.

 

Ansonsten: Sie frisst sehr gut, sie rennt mit altersbedingten Pausen, die Verdauung klappt problemlos, hat im Moment weniger Probleme beim Aufstehen - sicherlich auch im Zusammenhang mit der Gewichtsreduzierung. Sie lässt sich von Habi nicht unterbuttern und besteigt ihn auch, den Kong weiß sie erfolgreich zu schützen.

 

Ich verdränge bei den momentanen Aussichten/Befinden das Kommende völlig und genieße die Zeit mit ihr.

 

Deltje feiert am 20.03.2012 ihren 11.Geburtstag, was mich riesig freut. Sie hat also seit der Entdeckung bis heute 2 Jahre geschafft und kämpft weiter.

 

Es kam die Frage nach Fotos ihrer Schnute - hmm - ich werde es versuchen, sie aber nicht zwingen.

 

Hier ein Foto von heute:

 

 

 

 

 

 

23.06.2012 

 

Es wird Zeit mal wieder die letzten Monate in Zeilen zu bringen. Rückblickende Sehr-Kurz-Fassung:

 

---> 05/2010

Durch Deltjes Schnalzen mit der Zunge, habe ich den Tumor in der Schnute entdeckt. Später fand ich 

Fotos von 01/2010, wo er schon zu sehen war. Nach heutigem Wissensstand könnte er bereits im 

Sommer 2009 in Entwicklung gewesen sein. Aber wer guckt seinem Hund unter die Zunge ?

 

---> 06/2010

Entfernung des Tumors durch OP. Er wird mit Sicherheit wiederkommen, hoffentlich nicht so schnell.

 

---> 03/2011

Mit Erschrecken entdecke ich zunehmendes Wachstum und nun ist ein weiterer Tumor zu sehen, der

sich durch das Zungenband schiebt. Deltje feiert ihren 10.Geburtstag.

 

---> 09/2011

Die Tumore wachsen leider nicht so langsam wie erhofft.

 

---> 11/2011

Deltje baut rapide ab und die Tumore wachsen unaufhaltsam.

 

---> 03/2012

Ein weiterer Tumor am Vorderbein kommt zum Vorschein. Deltje feiert ihren 11.Geburtstag.

 

---> 06/2012

Nun beginnt wieder das unaufhörliche Schnalzen mit der Zunge, die Tumore stören bei der Futterauf- nahme. Deltje hat Druckschmerzen, ansonsten: Top in Form mit altersbedingten Pausen, die Sehkraft lässt zunehmend nach, Futter schmeckt, sie spielt sehr viel. Kurz: eigentlich geht es ihr gut - bis auf...

 

Immer wieder kommt die Frage auf: Soll ich nicht doch mal zu Dr. Kocyla fahren ?

Wir haben in dieser Woche erfahren, dass Marion ihre fast 13jährige Lune  beim TA vorgestellt hat, um die Wucherung an der Lefze eventuell entfernen zu lassen. Das war für mich der Moment: Ich habe einen Termin gemacht - für heute. Was kann schon passieren ? - entweder es ist noch eine Möglichkeit Deltjes Leben zu verlängern - oder ? nicht.

 

Dieses Mal habe ich die Fahrt mit dem festen Entschluss angetreten etwas zu unternehmen, wenn...

 

Damit Deltje ruhig ist, habe ich bei allen Dreien das Frühstück ausfallen lassen. Sie waren leicht irritiert und Deltje legte sich demonstrativ in die Küchentür. Ich habe alle Drei mitgenommen und so ahnte Deltje nix.

Pünktlich um 9Uhr - nach 1:30h Fahrt und Pippipause -  sind  wir angekommen. Dr. Kocyla schaute in die Schnute und meinte - kein Problem und schon waren wir uns einig. Dieses Mal durfte ich dabei bleiben - sehr interessant.

 

Deltje bekam ihre Spritze, die sehr schnell wirkte. Die Maulklammer war schnell drin und eine weitere lokale Betäubung wurde verteilt. Frau Kocyla kam zur Hilfe und schon begann die Schnippelei.

Beim Lösen des ersten Tumors wurde festgestellt, dass ein Zahn lose ist. Dieser war mit wenig Anstrengung raus und ein Ausruf des Erstaunens folgte.

Der Tumor hatte diesen Zahn "im Griff" und nach dessen Entfernung lag der Tumor schön frei und konnte prima entfernt werden. Er war ca. 1cm im Durchmesser und 0,5cm tief im Gewebe.

 

Der zweite Tumor stellte anfänglich eine größere Herausforderung dar, denn er kam durch das Zungen-band. Der Tumor wurde ausgelöst und mit der Hand "raus gezogen". Dadurch konnte das Gebilde komplett entfernt werden, keinerlei "Reste" verblieben. Ein voller Erfolg, der auch aus den begeisterten Worten der Beiden zu entnehmen war. Dieser Tumor hatte die Form einer großen Kirsche - ca. 2cm im Durchmesser.

 

Nun musste die nächste und schwierige Hürde genommen werden - keine Haut, aber Blutungen, die gestillt werden müssen. Durch gezielte Aktionen mit dem Lötkolben wurden diese gestoppt.

Anschließend gab es noch schnell eine Pediküre. Die Afterkrallen bei Deltje wachsen sehr schnell und leider mit "Leben". Zack ab - Lötkolben - fertig.

 

Es gab eine "Hallo-Wach-Spritze" und eine "alle-Viere-von-mir-Lage" auf dem Boden. Chinesische Kräuter und Erklärungen zur Wirkung folgten. Ich habe mir Schmerztabletten mitgeben lassen, da Deltje beim letzten Eingriff ziemlich starke Schmerzen hatte und ich was bei meiner Haus-TÄ holen musste.

 

Deltje wurde wach und beim 2. Anlauf stand sie neben mir, denn sie wollte schließlich mit nach Hause.

 

Wir waren insgesamt 55 Minuten in der Praxis und wurden mit den Worten verabschiedet: "Bis in 3 Jahren." Ok, das war ein Scherz, denn Krebs kommt wann und wie schnell er will und dann wäre Deltje fast 15... Deltje war bereits in kurzer Zeit total ausgelassen und forderte schon ihren Kong - oh manno, das wird in den  nächsten Tagen lustig - es gibt keinen -  bis alles verheilt ist.

 

 

 

 

Ich bin mit Deltje am Abend allein spazieren gegangen, damit die Jungs wenigstens 1x am Tag was futtern können und sie es nicht mitbekommt.

Sicherlich hat sie Schmerzen, aber noch schlimmer muss der Hunger sein - 34h...

 

Der heutige Tag war erfolgreich - das Wetter super und so ging es nach 20Uhr noch mal auf die Wiese, die heute endlich gemäht war. Deltje tobte und rannte - toll zu sehen !

 

Nach 23Uhr begann leises Wimmern und sie züngelte ständig - die Schmerzen müssen unheimlich sein. Ich habe zum Glück Leberwurst und so hat sie eine Schmerztablette verpackt bekommen. Sonst ja nie ein Thema bei ihr, aber sie soll nicht kauen.

 

Ich weiß ja aus Erfahrung - 7 Tage, dann ist alles überstanden und wir werden hoffentlich weiterhin eine schöne Zeit mit ihr haben.

 

 Tolle Fotos vom heutigen Tag sind HIER zu finden.

 

 

 

 

20.08.2012 

 

Deltje kämpft weiter !

Am 16.08.12 waren wir zum TA-Check - im Detail kann HIER gelesen werden. Die TÄ stellte fest, dass Deltje eine tastbare Vergrößerung im Bauchraum hat. Es wurde die Vermutung geäußert, dass es Leber oder Milz sein könnten. Bei ihrer Vorgeschichte bedarf es keiner großen Handlung...

Das war wie ein Schlag ins Gesicht - gerade hatte sie erfolgreich ihre 2. "Krebs-OP" überstanden. Deltje spielt super mit Habi - rennt wie eine Bekloppte IHREM Kong hinterher - frisst sehr gut - ihre Verdauung ist super. Eigentlich nur eine ältere Lady, die schlechter sieht und gern mal ein Päuschen macht.

 

Was die Vermutung bedeuten würde... brauche ich nicht schildern. Ich klammere mich inzwischen an jeden Tag mit ihr - sie ist so eine tolle Hündin ! Ich stehe also wieder an der Klippe der Entscheidung.

Es kommen Gedanken wie: "Soll es das gewesen sein ? - Hat sie jetzt den Kampf verloren ?"

 

Ich bin wieder in meinen Entscheidungen gelähmt und froh, dass es bei FB eine Gruppe gibt, die sehr hilfreich ist. Die Mädels haben mir geraten einen Ultraschall machen zu lassen, um Gewissheit zu haben, was da bald kommen kann - oder nicht.

 

Ich habe einen Termin gemacht - allerdings Röntgen. Die TÄ meinte, dass wir keine Früherkennung machen, sondern sehen - WO und WIE WEIT fortgeschritten. Ihr liegen die Vergleichsbilder vom letzten Jahr vor und kann so einen Vergleich heranziehen.

 

Tag der Wahrheit 20.08.12 - ich habe meinen Sohn gefragt, ob er uns fahren kann. Zum Glück kam er an diesem Tag aus der Nachtschicht, so dass ich den Termin nicht absagen musste. Nein - nicht weil ich Panik bekommen habe - ich habe mir am 18.08.12 die kleine Zehe gebrochen...

 

Die TÄ hat Deltje noch mal abgetastet und dann wurde sie auf den Röntgentisch getragen. Es ist mit meinen Hunden sehr einfach eine solche Untersuchung machen zu lassen. Alle reagieren auf ein ruhiges, aber bestimmendes "Down" und anschließendes "Um". Die TÄ war wieder total aus dem Häuschen und lobte uns überschwänglich. Es macht ihr unheimlich viel Spaß - uns als Patienten zu haben und alle werden von ihr geknuddelt.

 

Die erste Aufnahme ging sehr schnell und die nächste in der Rückenlage war auch kein Problem, denn auch hier bleibt Deltje in Position und entspannt sehr schnell. Kaum vom Tisch hat sie Leckerlie eingesammelt und sich an die Balkontür gestellt und die draußen sitzende Katze fixiert.

 

Die TÄ schaute sehr lange auf die Aufnahmen und dann kam die Befreiung: " Die Leber ist vergrößert, aber klar abgegrenzt - die Milz hat eine "normale" Größe.

 

Deutlich ist zu sehen, dass sie an einigen Wirbeln Spondylose hat. Nicht ganz klar ist, warum sie so viel Gase im Darm hat und die Lunge sieht gestaucht aus.

 

 

 

 

Die TÄ will - in Ruhe - über die Aufnahmen schauen, mit den Vorjahres-Aufnahmen vergleichen und wird uns dann anrufen, um Weiteres zu besprechen.

 

Das verschafft mir aber erst Mal einen kleinen zufriedenen Puffer an Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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